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Wer an einem Kopenhagener Imbissstand seinen Snack bestellt, dem wird schnell ein Unterschied zum gebräuchlichen Bezahlverhalten in Österreich auffallen – die meisten Dänen zahlen ihr Nationalgericht, das sogenannte Flæskesteg[1] inkl. Getränk am liebsten cashless. Bargeld haben die meisten gar nicht dabei, viele tragen nur ein kleines Etui für die wichtigsten Karten und Ausweise bei sich und nutzen die vielen Vorteile des bargeldlosen Bezahlens.

Einfacherer Alltag für den Einzelnen, Kostenvorteile für die Volkswirtschaft

Während Bargeld in Österreich nach wie vor die vorherrschende Bezahlform ist, ist die Kartenzahlung in Dänemark das bevorzugte Zahlungsmittel. So sind im skandinavischen Staat nur noch 25% der Bevölkerung mit Cash im Portemonnaie unterwegs,[2] der überwiegende Anteil der Pro-Kopf-Transaktionen wird mit Karte durchgeführt[3]. Somit gehört Dänemark, zusammen mit Schweden und Finnland, zu den Vorreitern beim bargeldlosen Bezahlen.[4]

Als Grund für diese sukzessive Umstellung auf bargeldloses Bezahlen nennt etwa die dänische Wirtschaftskammer die Vorteile auf der Kostenseite. Durch die Reduzierung des in Umlauf befindlichen Bargeldes, werden auch die Kosten der Bargelderhaltung gesenkt und somit die gesamte Volkswirtschaft weniger belastet.[5] Die dänische Regierung unterstreicht ebenfalls den erheblichen Kostenfaktor, welcher durch die Erzeugung, Erhaltung, in Umlaufbringung und sichere Verwahrung des Bargeldes entsteht und betont durchaus die Kostenvorteile der bargeldlosen Bezahlung. [6]

Trotz dieser rasanten Entwicklung hin zu einer bargeldlosen Gesellschaft sagt der Chef der dänischen Notenbank, Hugo Frey Jensen: “Wir sind verpflichtet, so viel Bargeld zur Verfügung zu stellen, wie es die Bevölkerung und die Unternehmen einfordern, und das tun wir.[7]” Das Bedürfnis nach Münzen und Scheinen ist also auch in Dänemark nach wie vor da.

Keine Angst vor Innovation

Die anfängliche Sorge darum, dass ältere Generationen mit den innovativen Entwicklungen im Bezahlsystem überfordert seien, haben sich darüber hinaus als unbegründet erwiesen. Aktuelle Zahlen zeigen, dass bereits 60% der dänischen Pensionisten mit Smartphone und Co vertraut sind, dem Paradigmenwechsel im Bezahlsystem folgen und darin keine Hürde sehen.[8] Wir von futurepayment.at vermuten auch, dass die regierende Königin, Margrethe II. von Dänemark, mit ihren 76 Jahren ebenfalls cashless bezahlt, so wie ihre Landsleute.

Die technologischen Entwicklungen, welche das Bezahlen mit dem Mobiltelefon möglich machen, haben durch einfache, intuitive Bedienbarkeit und hohe Verfügbarkeit maßgeblich dazu beigetragen, den Weg zum bargeldlosen Zahlungsverkehr in Dänemark mit Spitzengeschwindigkeit zu ebnen. Die Nutzer kennen die Vorteile dieser Bezahlvariante, nutzen und schätzen sie.

Erfolgskriterium Mobility

Die Erfolgsgeschichte von „Mobile Pay“, der Mobile-Payment-App der Danske Bank beispielsweise, begann bereits im Jahr 2013. Binnen kurzer Zeit konnte mit der „Mobile Pay“ ein durchschlagender Erfolg verzeichnet werden: Heute nutzen laut Anbieter 2,9 Millionen Menschen in dem nordeuropäischen Land das Angebot regelmäßig – bei insgesamt rund 5.6 Millionen Einwohnern. Auf neun von zehn Smartphones ist die App bereits installiert, wobei rund zwei Drittel aller User nicht direkte Kunden der Danske Bank sind. Dies spricht insbesondere für die hohe Akzeptanz und Bereitschaft der Bevölkerung, neue Systeme zur Erleichterung alltäglicher Tätigkeiten zu nutzen.[9] Im Bereich digitales Zahlen hat das Institut dadurch eine marktbeherrschende Stellung erreicht.

Mittlerweile wurde die App auch in Norwegen und Finnland eingeführt und gilt als beliebtes Zahlungssystem in [Online]-Shops, Restaurants, Supermärkten, aber etwa auch für karitative Sammelaktionen.[10]

Die Beliebtheit der App ist leicht zu erklären: Ob tägliche Einkäufe, Online Shopping oder einfachster privater Geldaustausch, die App ermöglicht einen schnellen und unkomplizierten Bezahlvorgang, welcher eine Brieftasche nahezu überflüssig macht. So werden zum Beispiel 60% aller dänischen Bahntickets heute nur noch mit Mobile Pay bezahlt. Sogar Kontoauszüge sind auf Knopfdruck verfügbar. Alles, was man dazu braucht, ist ein funktionstüchtiges Smartphone und verfügbaren Internetzugang. Beim Bezahlen an der Kasse wird mit einer einfachen Handbewegung der ausstehende Betrag bestätigt und die Transaktion ist abgeschlossen. Wenn die Bluetooth Funktion am Handy aktiviert ist, geht der Bezahlvorgang sogar automatisch vonstatten. Sollte einmal ein Umtausch notwendig sein, kann man innerhalb weniger Sekunden den entsprechenden Beleg abrufen und vorweisen.[11] So entfällt nicht nur lästige Kleingeldmanipulation, sondern auch die Zettelwirtschaft.

Quellen:

Beitragsbild: Rico Tijsen / Flickr / CC by 2.0
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%A4nische_K%C3%BCche
[2] http://paymentweek.com/2015-12-23-denmark-pushes-forward-with-cashless-payments-9215/
[3] https://public.tableau.com/profile/anthony.ibf#!/vizhome/CashlessPaymentsEurope/CashlessPaymentsinEurope
[4] http://www.telegraph.co.uk/finance/economics/11586778/Denmark-moves-step-closer-to-being-a-cashless-country.html
[5] http://www.pymnts.com/news/2015/denmark-legislates-cashless-society/
[6] http://www.preussische-allgemeine.de/nachrichten/artikel/daenemark-schafft-schrittweise-das-bargeld-ab.html
[7] http://www.dw.com/de/abschied-vom-bargeld-in-d%C3%A4nemark/a-18932287
[8] http://www.theguardian.com/world/2015/may/14/no-wallet-no-worries-denmark-considering-cash-free-shops
[9] http://www.handelszeitung.ch/lifestyle/digital/bargeldlose-schweiz-vorbild-daenemark-zeigt-wie-es-geht-780902
[10] http://www.mobilepay.dk/da-dk/pages/The-story-in-English.aspx
[11] http://www.mobilepay.dk/da-dk/pages/The-story-in-English.aspx