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Interview: General Franz Lang, Leiter des Bundeskriminalamtes, über Cyberkriminalität in Österreich

Wie kreativ ist die Kriminalität im Cyberspace?

Franz Lang: Die Kriminellen sind im Internet sehr kreativ. Dabei geht es aber in erster Linie nicht um das Hacken von Zahlungsabläufen, denn die sind meistens viel zu gut abgesichert. Ernste Sorgen macht uns die Zunahme von Fällen des Social Engineerings. Dabei werden Opfer im digitalen Raum perfekt ausgespäht, um genügend Informationen für klug angelegte Betrugsaktionen zu haben. Vor allem die sozialen Netzwerke, in denen Menschen intimste Details aus ihrem Leben offenlegen, sind da wichtige Quellen. Da wird dann schon einmal die Chefsekretärin vom angeblichen Chef am Wochenende wegen einer dringenden Geldtransaktion angerufen. Die Täter sind dabei so überzeugend, dass solche Transaktionen auch tatsächlich durchgeführt werden. Diese Straftaten rund um den Globus zu verfolgen ist dann sehr schwer bis unmöglich.

Wie sicher sind Kredit- und Bankomatkartengeschäfte?

Die Sicherheitseinrichtungen der Kartenunternehmen sind inzwischen so gut geworden, dass wir einen deutlichen Rückgang bei den Anzeigen in Bezug auf unbare Zahlungsmittel bemerken. 2008 hatten wir rund 3.800 Fälle, heute liegen wir unter 900. Durch Geoblocking und das Screening der Bezahlvorgänge wird der Kartenbetrug für Kriminelle immer uninteressanter. Die europäischen Polizeikräfte sind auch über Europol bestens vernetzt. Jede neue Kartenbetrugsmasche spricht sich schnell herum und kann so rasch unterbunden werden. Auch die Manipulation von Geldausgabeterminals geht laufend zurück.

Trotzdem weist die Kriminalstatistik rund 10.000 Fälle von Datenkriminalität in Österreich pro Jahr aus. Welche Felder sind das bevorzugte Revier der Täter?

Der Cyberspace ist ein Spiegel der realen Welt. Die meisten Betrügereien gibt es im privaten Geschäft zwischen zwei Personen. Im Onlinehandel gibt es bei Bezahlung und Warenlieferung oder eben Nichtlieferung sehr viele Möglichkeiten des Betrugs und der Täuschung. Dazu nutzen die Betrüger selbstverständlich alle modernen Kommunikationsmöglichkeiten, etwa die sozialen Netzwerke zur Bewerbung von Schnäppchen, die nur der Abzocke dienen. Die Verfolgung der Täter ist dabei sehr schwierig, da wir es hier meist mit sehr gut organisierten Banden zu tun haben, die länderübergreifend zusammenarbeiten.

Wie kann ich mich am besten gegen Cyberkriminelle schützen?

Der beste Schutz ist der gesunde Menschenverstand. Supersonderangebote sind immer verdächtig. Lieferanten ohne genaue Adresse ebenso wie auffällige Lieferadressen. Und selbstverständlich funktioniert der Neffentrick auch online. Daher sollte man wenig Persönliches auf sozialen Medien posten.

Quelle: Kurier Themenwoche „Digital Life“, 11. Mai 2016
Autor: Christian Neuhold