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Um rund 73 Millionen Euro wurde 1990 das Gemälde „Porträt des Dr. Gachet[1] von Vincent van Gogh, des wohl berühmtesten Niederländers, verkauft. Ob es bar oder mit Karte bezahlt wurde, ist nicht bekannt.

Aber gewiss ist, würde Vincent van Gogh in unserer heutigen Zeit leben, würde der Begründer der modernen Malerei, seine Farben, Leinwand und Pinsel wohl mit Karte zahlen, denn bereits 98% der Niederländer besitzen eine Bankomatkarte.[2] In Österreich haben nur 85% der Österreicher über 14 eine Bankomatkarte. Im Jahr 2013 wurde 2,66 Milliarden Mal an der Kasse bargeldlos bezahlt, das sind 170 Kartentransaktionen pro Einwohner.[3] Im Land der Tulpen und Windmühlen wurden so insgesamt 85,1 Milliarden Euro mit Karte getätigt, 7,5% mehr als 2012. Der durchschnittliche, bargeldlos beglichene Betrag lag 2013 bei 31,97 Euro und ist laut „National Forum on the Payment Service“ im Vergleich zu 2012 weiter gesunken. [4]

48% aller Transaktionen werden im Herkunftsland von Rudi Carrell, Heintje, Jan Vermeer und Arjen Robben im Übrigen bargeldlos getätigt, während in Österreich nur bei rund 11% der Transaktionen zu bargeldlosen Zahlungsmitteln gegriffen wird.

Zahlen bitte nur noch mit Karte

Bereits 2009 haben alle großen niederländischen Bankinstitute angekündigt, ihre Filialen nur noch bargeldlos zu betreiben und kein Bargeld mehr anzunehmen, nachdem die Nachfrage an Kassenschaltern abgenommen hatte.[5] Weiters sank die Anzahl der Bankomaten von 2006 bis 2014 von 8.114 um 14,3% auf 6.959. Anfang 2012 begann dann in weiterer Folge die „Vereinigung zur Förderung effizienten Bezahlens“ (SBEB) in den Supermärkten vermehrt Kassen einzuführen, bei denen nur bargeldlos bezahlt werden konnte.[6] Ziel dieser Initiative, die von Handel, Tankstellen, Tourismuswirtschaft und der „Dutch Banking Association“ ins Leben gerufen wurde[7], war es, die Sicherheit und Bequemlichkeit der Kunden bei Zahlungen zu erhöhen. Doch dies war nicht die einzige Maßnahme, die den Oranjes die Verwendung der Karte näherbringen sollte und so wurde im Juli 2014 das gesamte öffentliche Verkehrsnetz auf ein einziges elektronisches Bezahlsystem umgestellt. Damit waren die Niederlanden, laut einer Studie der Technischen Universität Delft, das erste Land weltweit, dass im gesamten öffentlichen Verkehrsnetz auf gedruckte Fahrkarten verzichtete.[8]

Mobile Payment auf dem Vormarsch

11,5 Millionen Handys[9] sind im Land der Oranjes, das von König Willem und Königin Maxima regiert wird, im Umlauf und laut einer Umfrage einer großen Bank aus dem Jahr 2015, bei welcher rund 15.000 Bankkunden befragt wurden, nutzen bereits 61% der Niederländer ihr Mobiltelefon für die Verwaltung ihrer Finanzen und weitere 10% haben vor, diese in Zukunft zu nützen.[10]Mobilfunker und Bankinstitute in den Niederlanden haben dieses innovative Thema erkannt und fördern dieses. Im Sommer 2013 haben daher bereits drei große niederländische Banken gemeinsam mit einem Mobilfunkanbieter ein Pilotprojekt für m-Payment in Leiden gestartet.[11]2014 startete dann ein weiterer Mobilfunkanbieter in den Niederlanden seine Wallet, wodurch Konsumenten seitdem einfach, sicher und bequem mobil bezahlen können.[12] Seit diesem Sommer steht den Kunden einer der größten niederländischen Banken auch eine eigene APP für mobiles Bezahlen zur Verfügung.[13]

Bargeld – bleibt wichtig

Auch wenn 98% der Niederländer eine Bankomatkarte haben und 48% aller Transaktionen bargeldlos getätigt werden, hat Bargeld nach wie vor eine große Bedeutung. 99,59% der 16,8 Millionen Niederländer haben noch immer innerhalb von 5 Kilometern eine Bargeldbehebungsmöglichkeit zur Verfügung, obwohl die Anzahl der Bankomaten rückläufig ist.[14] Insbesondere kleinere Beträge werden noch mit Bargeld bezahlt, wobei hier durch neue Technologien wie NFC eine Änderung prognostiziert wird.
 
 
  1. [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_teuersten_Gem%C3%A4lde
  2. [2] http://letstalkpayments.com/which-countries-are-close-to-a-cashless-world/
  3. [3] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/324905/umfrage/kartenzahlungen-je-einwohner-in-der-eu-nach-laendern/
  4. [4] National Forum on the Payment System Report 2013, http://www.dnb.nl/en/binaries/nfps_tcm47-307163.pdf
  5. [5] https://www.security.nl/posting/445401/Afname+aantal+geldautomaten+en+geldopnames
  6. [6] http://letstalkpayments.com/which-countries-are-close-to-a-cashless-world/
  7. [7]https://www.bundesbank.de/Redaktion/EN/Downloads/Tasks/Cash_management/2012_02_27_eltville_08_pleijster_paper_02.pdf?__blob=publicationFile
  8. [8] http://www.spiegel.de/reise/aktuell/niederlande-schafft-papierfahrkarten-fuer-bus-und-bahn-ab-a-980088.html
  9. [9] https://www.about-payments.com/knowledge-base/market/netherlands
  10. [10] https://www.ing-diba.at/ueber-ingdiba/presse/pressemeldungen/2015/siegeszug-mobile-banking-nicht-aufzuhalten
  11. [11] http://www.nfcworld.com/2013/02/20/322431/dutch-banks-to-run-nfc-payments-pilot/
  12. [12] http://www.rfid-ready.de/201404253470/vodafone-startet-nfc-payment-auch-in-den-niederlanden.html
  13. [13] http://letstalkpayments.com/ing-brings-contactless-payments-to-netherlands/
  14. [14] http://www.dnb.nl/en/binaries/report_tcm47-324244.pdf
Foto: http://www.smithsonianmag.com/arts-culture/rebranding-amsterdam-and-what-it-means-to-rebrand-a-city-19539392/?no-ist