FUTURE PAYMENT PLATTFORM
BLOG   |   07.09.2016
NFC für Senioren: Mehr Komfort – nicht nur beim Bezahlen
Mehr zum Thema

Authentifizierung beim Bezahlen – Future payment hat begonnen
27.05.2016
Bargeldlos zahlen im Urlaub
BLOG   |   12.06.2015
Bargeldlose Abkühlung an heißen Sommertagen
BLOG   |   18.08.2016
Die Zukunft des Bezahlens: Dänemark zeigt schon jetzt, wie es geht
BLOG   |   28.05.2016
Einfach, sicher und schnell
BLOG   |   08.06.2016
Haushaltsführung 3.0 – Ausgabenkontrolle im digitalen Zeitalter
BLOG   |   04.11.2015
Archiv

März 2017
Februar 2017
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Juni 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Dezember 2015
November 2015
Oktober 2015
August 2015
Juli 2015
Juni 2015
Mai 2015
April 2015
Wir sind online. Tagtäglich – insgesamt 524 Minuten konsumierten die Österreicher im Jahr 2015 Medien, 188 Minuten davon verbrachten sie im Internet. Viele müssen sich an dieses Doppelleben in der virtuellen Parallelwelt erst gewöhnen.[1] Fast jeden Moment werden neue, innovative Technologieprodukte vorgestellt. Gerade in den vergangenen beiden Jahrzehnten ging die Entwicklung dabei rasend schnell voran. Wer hätte Anfang der 90er Jahre gedacht, dass wir das Internet mittels Smartphone von Unterwegs nutzen, die Nachrichten auf dem Tablet ansehen und der Fernseher nur noch so dick wie ein Buchrücken ist?

Ist man mit diesen neuen Technologien nicht aufgewachsen oder nicht technikaffin, so kann es mitunter herausfordernd sein, sich an die neuen Gegebenheiten und Regeln einer immer schnelllebigeren Umwelt anzupassen. Verwirrend und hochkomplex erscheint dann die Logik hinter dem flachen Stück Kunststoff, auf dem konstant mit dem Finger herumgewischt werden muss, wo man doch früher noch richtige Tasten und ein Kabel hatte, um das Gerät ausschließlich zum Sprechen zu nutzen. Heute ist das Smartphone unser Gehirn. Die Kontakte werden eingetippt und gespeichert, das Telefonbuch ist ein historisches Relikt. Wir nehmen mit unserem Mobiltelefon Fotos auf, hören Musik, planen Termine, kaufen online ein und halten uns mit diversen Apps fit.

Der Trend hin zu bargeldlosem Bezahlen gehört auch zu diesen Modernisierungsschritten. Hat man sich gerade vor wenigen Jahren erst an eine neue Währung und die Kartenzahlung an sich gewöhnt, reicht heute schon das Anhalten der Bankomatkarte an das Bezahlterminal zum Einkaufen. Aber sind wir ehrlich: Lieber probieren wir zuerst mal eine neue Fitness-App oder die App der Wiener Linien aus, bevor wir mit unserem Bankkonto und den neuen Technologien experimentieren. Doch was auf den ersten Blick kompliziert und schwierig erscheint, ist bei näherer Betrachtung ein Kinderspiel. Und kommt man erst einmal auf den Geschmack seine Einkäufe kontaktlos zu bezahlen, will man gar nicht mehr anders. So hat SPAR Österreichbeispielsweise bereits sämtliche Kassen mit NFC-fähigen Bezahlterminals für kontaktloses Bezahlen ausgestattet.[2] Anstatt mühsam nach dem erforderlichen Kleingeld, das gerade im Fall der Cent-Münzen ohnehin oft schwer zu unterscheiden ist, zu suchen, wird die Bankomatkarte einfach kurz ans Terminal gehalten. Der Betrag wird anschließend auf den Cent genau abgebucht – einfach, schnell und sicher.

Near Field Communications heißt die Technologie hinter dieser einfachen, aber sehr sicheren innovativen Bezahlmethode. „Near Field Communication“ – oder eben kurz NFC – ermöglicht das kontaktlose Bezahlen mit der Bankomatkarte beziehungsweise mit dem Smartphone. Ist die Karte oder das Handy mit NFC-Funktion ausgestattet, reicht es, sie im Abstand von 2-4 cm vor das Lesegerät an den Bezahlterminal zu halten. Bei Beträgen bis 25 Euro ist dabei keine PIN-Code-Eingabe erforderlich. Somit geht das Bezahlen schnell und unkompliziert vonstatten, da das oft mühsame Kramen nach dem nötigen Kleingeld entfällt genauso wie der Griff zur Brille, um den PIN-Code einzugeben.

Kein Bummerl: Online-Schnapsen mit NFC
Die NFC-Funktion wird aber nicht nur für Bezahlvorgänge genutzt – die Technik der kontaktlosen Datenübertragung eignet sich für eine Vielzahl von Serviceleistungen wie etwa Ticketing, Online-Unterhaltungen und Zugangskontrollen.[3] Damit birgt die Technologie sehr viel Potential, welches gerade für ältere Menschen in unterschiedlichen Formen genutzt werden kann. Ein Beispiel: Die FH St. Pölten führte bereits 2014 ein Projekt durch, in dem mit Hilfe moderner Kommunikationstechnologien der soziale Kontakt zwischen Älteren aufrechterhalten wird. Abflachendem Kontakt durch die Übersiedlung in ein Altenheim oder der fehlenden Mobilität wird durch Digitalisierung entgegengewirkt. Mit NFC-fähigen Spielkarten und Tablets mit Videotelefonie wird eine benutzerfreundliche Runde Online-Schnapsen möglich, gerade so, als säße man wirklich mit Bekannten am gewohnten Stammtisch im Wirtshaus.[4] Auch als Unterstützung im häuslichen Alltag sind Innovationen mit NFC in Entwicklung. So unterstützt die Technologie etwa bei der zeitgemäßen Einnahme von Medikamenten, erleichtert die Bedienung eines Smartphones durch NFC-optimierte Telefonbücher oder erinnert beim Verlassen der Wohnung an den Schlüssel.[5]

Dennoch scheint die Technik des kontaktlosen Bezahlens für viele ältere Personen in unserer Gesellschaft hie und da noch eine Hürde. Obwohl bereits über 84 % der Senioren über eine Karte mit NFC-Funktion verfügen, gaben bei einer Umfrage drei Viertel der Befragten an, von der Funktion noch nie etwas gehört zu haben beziehungsweise keine entsprechende Karte zu besitzen. Nur 11 % der Befragten gaben an, schon einmal eine Zahlung kontaktlos durchgeführt zu haben.[6]

Sorgen unbegründet
Die Gründe hierfür liegen wohl zum einen an der vermeintlichen Komplexität der Technologie, zum anderen an Bedenken bezüglich ihrer Sicherheit. Viele dieser Sorgen können aber als unbegründet entlarvt werden. Zuallererst ist das kontaktlose Bezahlen als Serviceleistung der österreichischen Banken vollkommen kostenlos, wodurch keinerlei zusätzliche Gebühren verursacht werden. Da der Bezahlvorgang vom Kassenpersonal initiiert werden muss, ist es auch nicht möglich, dass unabsichtlich Geld via NFC übertragen wird. Dies wird auch dadurch belegt, dass bis heute kein einziger Schadensfall im Zusammenhang mit kontaktlosem Bezahlen gemeldet wurde.[7] Nach einigen kontaktlosen Bezahlvorgängen ohne PIN-Code fordert das System dessen Eingabe. Dabei handelt es sich um einen weiteren Sicherheitsmechanismus beim kontaktlosen Bezahlen. Des Weiteren werden zwischen Terminal und Karte ausschließlich Daten zum Bezahlvorgang übertragen – persönliche Informationen wie Name oder PIN-Code sind gar nicht auf der Karte gespeichert und können somit auch nicht ausgelesen werden.[8]

Neben den zukünftigen Innovationen in vielen Lebensbereichen, welche die NFC-Technologie verspricht, erspart man sich beim kontaktlosen Bezahlen nicht nur Zeit und Stress an der Kassa, sondern auch das mühsame Heraussuchen von Münzen.

Unsere Straßenumfrage zum Thema “Kontaktloses Bezahlen“ zeigte auf, dass die Funktion von Senioren durchaus schon positiv wahrgenommen wird:
 
Josef W. (86), Simmering, Wien: „Als ich meine neue Bankomatkarte bekam, fiel mir das NFC-Zeichen sofort auf. Ich informierte mich darüber und begann immer öfter kontaktlos zu bezahlen. Es ist schneller – einfacher – und hoffentlich genauso sicher.“
Erika W. (82), Wieden, Wien: „Ich finde es toll, dass es eine Möglichkeit gibt. Aber ich zahle lieber bar, weil das habe ich in der Hand.“
Franziska S. (76), Ottakring, Wien: „Statt den Münzen eine Karte und dann auch noch ohne PIN-Eingabe ist ganz klar eine Erleichterung für mich.“
 
[1] Kurier Digital Life, 9.5.2016
[2] https://www.spar.at/de_AT/index/service/nfc-zahlung.html
[3] http://digital-solution.at/nfc-was-ist-das/
[4] http://www.computerwelt.at/news/hardware/smartphone-tablet/detail/artikel/107481-tablets-gegen-soziale-isolation-von-senioren/
[5] https://www.fh-joanneum.at/global/show_document.asp?id=aaaaaaaaaahbwul
[6] https://www.oenb.at/Publikationen/Zahlungsverkehr/zahlungsmittelumfrage.html
[7] http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160118_OTS0092/neue-studie-zu-zahlungsverkehr-in-oesterreich-innovation-und-sicherheit-sind-kein-widerspruch
[8]https://www.arbeiterkammer.at/beratung/konsument/Geld/Bargeldloszahlen/Kontaktloses_Bezahlen.html