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Die EU–Kommission bestätigt: Keine Abschaffung von Bargeld
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Münze und Scheine sind out, erklärte der Wirtschaftsweise Peter Bofinger im Mai 2015 und erhielt von namhaften Ökonomen wie Kenneth Roggoff oder dem ehemaligen US-Finanzminister Larry Summers Unterstützung in diesem Statement.[1] Begriffe wie “Bargeldabschaffung”, „Bargeldverbot“ oder „Abschaffung des Bargeldannahmezwangs“[2] kursierten daraufhin plötzlich in Europas Finanzwelt und verunsicherten die Europäerinnen und Europäer.
 
Der EU-Finanzmarktkommissar Jonathan Hill hat im Namen der Europäischen Kommission, auf eine Anfrage des österreichischen Europaabgeordneten Othmar Karas, solche Vorhaben dementiert. “Die Bargeldnutzung ist nach wie vor weit verbreitet, insbesondere bei kleinen Beträgen. Die Kommission ist an keiner Debatte über die Abschaffung von Bargeld oder die Begrenzung von Barzahlungen auf ein bestimmtes Maximum beteiligt”, so Hill in der schriftlichen Anfragebeantwortung.[3]

Wahlfreiheit der Zahlungsmittel

Klar ist, dass Bargeld der Volkswirtschaft Geld kostet und daher ein ausgewogenes Verhältnis der Bezahlungsmittel angestrebt werden sollte. Bankomatkarten, Bargeld, Wallets, Kreditkarten und m-Payment werden sich in Zukunft ergänzen, sodass Konsumentinnen und Konsumenten je nach Situation, das für sie beste Zahlungsmittel wählen können.

Andere Länder andere Zahlungsmittel

Genauso verschieden wie die Länder Europas sind, ist auch das Zahlungsverhalten ihrer Einwohner. Der Deutsche zahlt seine Weißwurst zu 79% bar[4], der Schwede das Knäckebrot zu 80% mit Karte[5] und rund die Hälfte der Franzosen das Baguette bargeldlos[6]. Die Österreicher sind noch nicht so Bankomatkartenaffin. Nur 11% der Transaktionen werden mit Bankomatkarte getätigt[7]. Kartenanbieter und Unternehmen sind aber davon überzeugt, dass sich das Zahlungsverhalten durch neue Technologien und Innovationen wie zum Beispiel NFC ändern wird.[8] Auch die Kommission ist der Ansicht, dass sich Volumen von Barzahlungen aufgrund von Innovationen im Bereich der Zahlungssysteme und Veränderungen der Kundengewohnheiten verringern wird.[9] Obwohl in Europa unterschiedliche Zahlungsmethoden gewählt werden, muss die Wahlfreiheit für den Konsumenten erhalten bleiben. Daher begrüßt Othmar Karas auch, dass die Kommission keine Pläne zur Bargeldabschaffung verfolgt und hält fest: „Wenn es solche Pläne gäbe, wäre das EU-Parlament dagegen.“[10]
Und sollte in Zukunft ein ausgeglichenes Verhältnis der Zahlungsmittel erreicht werden, können wir damit unserer heimischen Volkswirtschaft viel Geld – bis zu 300 Millionen Euro – ersparen.[11]
  1. [1] http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bargeld-peter-bofinger-will-muenzen-und-scheine-abschaffen-a-1033905.html
  2. [2] http://marialourdesblog.com/geldschein-verbot-wo-der-krieg-gegen-das-bargeld-tobt/
  3. [3] http://www.europarl.europa.eu/sides/getAllAnswers.do?reference=P-2015-010857&language=DE
  4. [4] https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Veroeffentlichungen/Studien/zahlungsverhalten_in_deutschland_2014.pdf?__blob=publicationFile; S.9
  5. [5] www.kreditkarten-report.com/schweden-ohne-bargeld
  6. [6] https://www.banque-france.fr/fileadmin/user_upload/banque_de_france/Stabilite_financiere/Mapping-of-cashless-means-of-payment_2013-data.pdf
  7. [7] Die Kosten des Bargelds in Österreich, Hanns A. Abele und Guido K. Schäfer, Wien 2015
  8. [8] https://futurezone.at/b2b/kontaktloses-bezahlen-nfc-verdraengt-bargeld/86.041.035
  9. [9] http://www.europarl.europa.eu/sides/getAllAnswers.do?reference=P-2015-010857&language=DE
  10. [10] http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150917_OTS0042/karas-angebliche-eu-bargeldabschaffung-war-eine-ente
  11. [11] Die Kosten des Bargelds in Österreich, Hanns A. Abele und Guido K. Schäfer, Wien 2015
Foto: http://immovation-blog.de/2015/03/die-geschichte-des-geldes-von-der-muschel-bis-zum-euro/