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Österreich ist Vorreiter bei der Einführung von sicherem und bequemem Zahlen mit dem Smartphone durch die kontaktlose Bankomatkarte mobil.
Die Bankomatkarte mobil ist eine virtuelle, vollwertige, sichere Bankomatkarte mit Kontaktlos-Funktion, gespeichert auf der SIM Karte Ihres Smartphones“ erklärt Harald Flatscher, Head of Business Development bei der PSA die grundlegende Funktion der Bankomatkarte mobil.

Die PSA ist im Auftrag der österreichischen Banken das heimische Kompetenzzentrum für Bankomatkarten und alle ihre Funktionen, beziehungsweise für die sichere Abwicklung aller Bankomatkartenzahlungen verantwortlich. Als erstes europäisches Land ist es nun in Österreich gelungen, gemeinsam mit den Banken und den Mobilfunkanbietern eine einheitliche, sichere und praktische Möglichkeit zu entwickeln, um mit der Bankomatkarte mobil am Handy zu bezahlen – und das weltweit.
Für die Konsumenten bedeutet dies, dass Sie mit Ihrem Handy an allen NFC-fähigen Terminals im Handel kontaktlos bezahlen können und an allen NFC-fähigen Bankomaten mit dem Handy Geld beheben können. Ausgegeben wird die Bankomatkarte mobil wie bisher von den Banken. Diese bieten Apps zum Download im Google Play Store an, die meist noch mehr Funktionen bieten als die Bankomatkarte mobil. Zum Zahlen muss das Smartphone lediglich an das kontaktlosfähige Zahlungsterminal gehalten werden. Der Ablauf dahinter funktioniert wie eine herkömmliche Bankomatkartenzahlung. Der eigentliche Bezahlvorgang wird aber nicht durch die App ausgeführt, sondern durch die Bankomatkarte mobil in einem sicheren Bereich auf der NFC SIM-Karte. Das sogenannte „Secure Element“ ist ein sicherer Speicherplatz auf der NFC-SIM Karte, in dem die Bankomatkarte mobil abgelegt wird. Nur Apps, die die Bankomatkarte mobil unterstützen und entsprechend zertifiziert wurden, können auf dieses „Secure Element“ zugreifen.

Dies ist auch der Unterschied zu den Bezahlmöglichkeiten, wie sie aktuell von immer mehr Anbietern wie Apple oder Samsung entwickelt werden, bei denen der Kunde keine Kontrolle darüber hat, welche Apps auf die Daten zugreifen können. Voraussetzung für die Nutzung der Bankomatkarte mobil ist ein NFC-fähiges Android-Handy ab Version 4.1. und eine NFC-fähige SIM-Karte, die man bei seinem Provider bekommt. Partner sind derzeit alle drei großen Provider in Österreich.

Kontaktlos Geld abheben
Im Handel funktioniert die Bankomatkarte mobil wie die bisherige, kontaktlose Bankomatkarte. Der zu zahlende Preis kommt vom Händler; mit dem Smartphone, welches an das Bezahlterminal gehalten werden muss, wird die Zahlung per Bankomatkarte mobil ausgelöst. Bei Beträgen unter 25 Euro funktioniert die Bezahlung wie bisher ohne die Eingabe des PIN-Codes, bei höheren Summen muss der PIN-Code am Bezahlterminal eingegeben werden. Wenn mit der Bankomatkarte mobil an einem NFC-fähigen Bankomaten Geld abgehoben wird, kann der Betrag bereits am Smartphone eingegeben werden. Bei Barbehebungen ist es jedoch erforderlich, dass der PIN-Code am Bankomaten eingegeben wird – um auf diese Weise den Geldbezug zu bestätigen. Um die Übersicht zu behalten, sind auf dem Smartphone jederzeit die letzten durchgeführten Transaktionen sichtbar. Diese werden übrigens nie dem Handyprovider zur Verfügung gestellt, nur der User und die betreffende Bank wissen von solcherart getätigten Umsätzen. Sollte während des Bezahlvorgangs ein Anruf, eine SMS oder eine Nachricht eintreffen, ist der Bezahlvorgang davon nicht betroffen. Bei einzelnen Modellen funktioniert die Bankomatkarte mobil auch dann, wenn das Handy abgeschaltet ist. Selbst wenn der Akku leer ist, funktioniert die Bankomatkarte mobil – zumindest eine gewisse Zeit lang.

Während es bei der Einführung von NFC-Bezahlmethoden in Österreich – vor allem auch in der Presse – mitunter kritische Stimmen gab die einen leichteren Betrug oder Missbrauch befürchtet haben, ist eines Fakt: Es gab bisher in Österreich keinen einzigen Fall von Betrug, der durch kontaktloses Zahlen und NFC begangen wurde. Letztlich ist das Bezahlen mit dem Handy sogar sicherer, weil es direkt am Smartphone Möglichkeiten gibt, den Zugang zum Gerät und zu einzelnen Funktionen einzuschränken und darüber hinaus auch einzelne Zahlvorgänge durch die Eingabe eines Codes noch zusätzlich abzusichern.

Auch auf den Smartphones sind gewisse Informationen der Bankomatkarte mobil, wie die Kartennummer, das Ablaufdatum oder der CVC2-Code gespeichert. Allerdings werden diese Daten nur nach Eingabe eines selbst gewählten PIN-Codes sichtbar. Für den Bezahlvorgang selbst gelten dieselben strengen Sicherheitskriterien und -anforderungen wie bei der herkömmlichen Bankomatkarte. Jede mit der Bankomatkarte mobil durchgeführte Transaktion ist eine Chip-basierte (die NFC SIM-Karte ist der Chip), verschlüsselte Transaktion und erfüllt damit die höchsten Sicherheitsanforderungen. Der EMV Standard entspricht dem aktuellsten Stand der Technik und macht Kartenmissbrauch praktisch unmöglich. Die im Chip gespeicherten Daten können weder kopiert noch verändert werden. Für eine NFC-Transaktion muss immer ein Zahlungsvorgang aktiv ausgelöst werden – beispielsweise vom Kassenpersonal im Supermarkt. Nur das alleinige Vorbeiziehen der Bankomatkarte mobil an einer elektronischen Kassa löst keinen Zahlungsvorgang aus.

So sieht die Zukunft aus
Mit der Bankomatkarte mobil ist es in Österreich gelungen, in einer Gemeinschaftsaktion von PSA, Banken und Providern, einen sicheren Standard einzuführen und Bezahlen mit dem Handy für Konsumenten noch sicherer, bequemer und schneller zu machen. „Wir werden um unseren hohen Sicherheitsstandard in Europa beneidet und haben hier definitiv eine Vorreiterrolle“, weiß Harald Flatscher. Nutzen können die Konsumenten ihre Bankomatkarte mobil weltweit bei allen kontaktlosen Bezahl- und Geldabhebe-Terminals.

Und die nächsten Entwicklungen sind schon in Arbeit. So soll etwa beim Abheben nicht nur der Betrag, sondern auch die Stückelung voreingestellt werden können. Auch das Einbinden von neuen Services und Partnern ist in Vorbereitung – um den Nutzen weiter zu erhöhen. Selbstverständlich mit der gleichen Datensicherheit, die die Konsumenten von ihren Banken gewöhnt sind. Auch an der direkten Bezahlung und Überweisung von einer Person an eine andere wird bereits gearbeitet. Die Bankomatkarte mobil ist der erste große Schritt in Richtung Bezahlmethoden der Zukunft.

Quelle: Kurier Themenwoche „Digital Life“, 10. Mai 2016

Autor: Martin Mühl
 
Titelbild: www.ehnpictures.com