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Bereits vor 15 Jahren machte sich ein motiviertes Team von Elektroingenieuren in Graz an die Arbeit, um die moderne Mikroelektronik zu revolutionieren. Das Ergebnis: Eine bahnbrechende Technologie aus Österreich für die kontaktlose Übertragung von digitalen Daten – Near Field Communication, kurz NFC.
 
Near Field Communication wird mittlerweile überall auf der Welt genutzt. Das Spezialistenteam rund um Franz Amtmann (Chefentwickler des internationalen Unternehmens NXP Semiconductors) entwickelte eine Technologie, die für zahlreiche Anwendungsgebiete verwendet werden kann, um Daten kontaktlos und über kurze Distanzen zu übertragen.
 
Anfang 2015 stieg das Team der NXP Semiconductorsnun in den Erfinder-Olymp auf:  Für die Entwicklung der NFC-Technologie wurde Franz Amtmann gemeinsam mit seinem Kollegen Philippe Maugars vom Europäischen Patentamt für den Europäischen Erfinderpreis nominiert. Als renommiertester Preis der Innovationsszene wird er jährlich in den fünf Kategorien Industrie, KMU, Forschung, Außereuropäische Staaten und Lebenswerk vergeben.  Am 11. Juni findet die Preisverleihung in Paris statt, bei der Amtmann sein Entwicklerteam und die österreichische Erfinderszene repräsentieren wird.
 
Für uns hat er sich Zeit genommen, um kurz zu erklären, wie vielseitig die Technologie NFC ist und was die Nominierung für ihn bedeutet.
 
Herr Amtmann, wir gratulieren Ihnen herzlich zur Nominierung für den Europäischen Erfinderpreis! Was bedeutet diese herausragende Ehrung für Sie?
 
Natürlich ist die Freude darüber sehr groß! Die Nominierung hebt die Vorreiterrolle von NXP in der NFC Technologie heraus und ist damit nicht nur für mich sondern auch für die wachsende Akzeptanz von NFC – zum Beispiel als Übertragungstechnologie für kontaktlose Zahlungen – ein wichtiger Meilenstein. Die jahrelange Arbeit des gesamten Teams hat dazu geführt, eine Technologie zu entwickeln, die sehr breit eingesetzt wird, um uns die täglichen Abläufe im Alltag zu erleichtern.
 
Den meisten Menschen ist NFC nur durch das kontaktlose Zahlen mit der Bankomatkarte bekannt – gibt es auch andere Anwendungsbereiche in denen die innovative Technologie zum Einsatz kommt?
 
Die größte Stärke von NFC liegt vermutlich in ihrer Vielseitigkeit. Anwendungsbeispiele reichen vomkontaktlosen Zahlen  beim Wocheneinkauf genauso wie beim Kauf von Tickets für öffentliche Verkehrsmittel, zum kontaktlosen Öffnen der Haus- oder Autotür,  Personalisierungseinstellungen am TV – zum Beispiel dank eines Spielzeugs mit NFC-Chips, das nur den Zugriff auf bestimmte Sender erlaubt – bis hin zur intelligenten Waschmaschine, bei der das Smartphone als erweitertes Bedienfeld dient und damit zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten bietet.
 
Auch für die Industrie ist NFC eine bahnbrechende Entwicklung. Wie verändern sich beispielsweise Produktionsabläufe durch den Einsatz von NFC?
 
Das ist richtig! In der sogenannten „Industry 4.0“  lassen sich gleich mehrere NFC Anwendungen einsetzen: Angefangen bei der Einlasskontrolle über einen NFC Ausweis und einem Reader am Eingang, der nur autorisierten Personen den Zutritt zur Produktionshalle und noch genauer, den Zugang zu bestimmten Maschinen erlaubt. Je nach Berechtigung kann der Mitarbeiter  über sein NFC-fähiges Smartphone oder Tablet mit nur einer Berührung Fertigungsprofile aktivieren oder die Aktivitäten der Maschine über das zusätzliche Display bis ins Detail kalibrieren. Tragen die Produkte selbst einen NFC Tag, können sie die Maschinen darüber informieren, welche Werkzeuge, Softwarepakete oder Designs sie benötigen. Es kommunizieren also nicht nur Mensch und Maschine, sondern auch Maschinen untereinander sowie Objekte und Produkte mit den Produktionsanlagen.
 
Das Thema Sicherheit ist bei Datenübertragungen immer wesentlich. Wie wird sie bei der Nutzung von Near Field Communication garantiert?
 
Da der Datenaustausch bei NFC-Transaktionen in den meisten Fällen innerhalb von 4 cm stattfindet, ist es zunächst sehr unwahrscheinlich, dass Daten abgefangen werden können. Außerdem wird zumeist zusätzlich zu einem NFC Chip ein Secure Element eingebaut, das Datenübertragung verschlüsselt und damit dafür sorgt, dass private Daten auch privat bleiben. Die Verbreitung von NFC ist zum Teil sogar durch die zusehend gestiegenen Sicherheitsanforderungen erklärbar. So wird es mit dem Aufkommen von 3D-Druckern beispielsweise immer leichter, Schlüssel zu kopieren – dient das Smartphone dank NFC-Funktionalität als Schlüsselersatz, ist dieses Risiko behoben.
 
Gibt es Länder, in denen von Near Field Communication  besonders intensiv Gebrauch gemacht wird und die als Vorreiter in der digitalen Kommunikation bzw. Datenübertragung fungieren?
 
Die Verbreitung von NFC hängt stark von dem Segment ab, das man betrachtet. Im Bereich „Industry 4.0“ hat Deutschland eindeutig eine Pionierstellung, beim Thema Mobile Payment liegt der deutschsprachige Raum im internationalen Vergleich allerdings weit hinten. In Österreich kann man zwar mittlerweile fast überall im Handel kontaktlos zahlen, allerdings wird die Zahlungsmöglichkeit vergleichsweise noch wenig genutzt. Wir sehen Near Field Communication als Datenübertragung der Zukunft aber keineswegs als reine Zukunftsmusik.
 
Vielen Dank für das Gespräch! Wir drücken Ihnen für die Preisverleihung am 11. Juni die Daumen!
 
Weitere Informationen zu Near Field Communication gibt es auf der Website der NXP Semiconductors sowie in der Infobroschüre:http://www.nxp.com/documents/brochure/939775017634.pdf
Beitragsbild Copyright: NXP Semiconductors
Abgebildet: Franz Amtmann