FUTURE PAYMENT PLATTFORM
BLOG   |   01.12.2016
Reine Geldausgabe war gestern: Der Bankomat als „Point of Interaction“
Mehr zum Thema

Authentifizierung beim Bezahlen – Future payment hat begonnen
27.05.2016
Future Payment: So bezahlt Österreich.
BLOG   |   03.10.2016
Innovation made in Austria: NFC
BLOG   |   02.06.2015
Mobile Innovationen – ein Blick in die Zukunft
BLOG   |   11.11.2015
NDC – Die Zukunft des Zahlens
BLOG   |   12.05.2015
Zahlen mit dem Handy – die Bankomatkarte wird mobil
BLOG   |   30.07.2015
Archiv

März 2017
Februar 2017
Dezember 2016
November 2016
Oktober 2016
September 2016
August 2016
Juli 2016
Juni 2016
Mai 2016
April 2016
März 2016
Dezember 2015
November 2015
Oktober 2015
August 2015
Juli 2015
Juni 2015
Mai 2015
April 2015
Die vielen Möglichkeiten der Digitalisierung machen auch vor den Bankomaten weltweit nicht halt – und fördern so die Entwicklung von Funktionen, die weit über die Basisfunktion der Bargeldbehebung hinausgehen. Laut einer Studie verwendet allein in Österreich rund 90% der Bevölkerung konstant bargeldlose Zahlungsmittel[1], daher ist es sinnvoll, wenn sich auch Geldautomaten in ihrem Gebrauch und ihrer Funktion im Alltag zusehends weiter entwickeln und im steten Wandel mehr Komfort bieten.

Die Trends auf einen Blick
In einer mehr und mehr digitalisierten Welt wird auch beim Bankomaten dem Thema User Experience viel Aufmerksamkeit geschenkt. Daher werden mit jeder Gerätegeneration z.B. die Displays immer größer, die Bedienung via TouchScreen ist nicht mehr wegzudenken und erste Geräte mit Kontaktloslesern (NFC) sind auch in Österreich bereits installiert und erfahren breite Akzeptanz.

Neben diesen offensichtlichen Änderungen gibt es immer wieder auch Verbesserungen wie z.B. eine Menüdarstellung mit maximalen Kontrasten bzw. eine Sprachausgabe, um sehbehinderten Menschen die Nutzung der Geräte zu erleichtern. Dieses Problem kann durch den Einsatz einer Innovation aus Österreich in Zukunft besser gelöst werden: Die „HapticTouch“ Technologie ermöglicht es, auf TouchScreens Bedienelemente fühlbar zu machen. PSA hat gemeinsam mit Diebold Nixdorf, NextSystems und SBS die Technologie erstmals in einen Bankomaten übernommen und testet diese derzeit.

Modernste Touchscreen-Technologien werden auch in einzelne Geräte in Spanien eingebaut, um den von Tablets bereits gewohnten und bekannten Komfort auch an den Bankomaten zu bringen. Auch die Umstellung auf NFC-fähige Abwicklungen direkt am Gerät ist in Österreich bereits angelaufen: Wenn zum Beispiel mit der Bankomatkarte mobil an einem NFC-fähigen Bankomaten Geld abgehoben wird, kann der Betrag bereits am Smartphone eingegeben werden. Bei Barbehebungen ist es jedoch erforderlich, dass der PIN-Code am Bankomaten eingegeben wird – um auf diese Weise den Geldbezug zu bestätigen. Sicherheit ist in Österreich - wie schon in den Jahrzehnten davor - also auch hier das A und O. Schon im Jahr 1995 führte Österreich als eines der ersten Länder weltweit die Chip-Technologie ein und wurde dadurch auch zu einem der sichersten Länder in puncto Zahlungsverkehr.

Das Thema Sicherheit ist und bleibt weltweit ein großes Thema, wenn es um Bargeldbehebungen, kontaktloses Bezahlen, etc. geht. Der Anspruch, Transaktionen so geschützt wie möglich ablaufen zu lassen, ist oberstes Gebot. Modernste Technologien und Innovationen müssen dieser Maxime weiterhin gerecht werden. Weitere Innovationen für Geldausgabeautomaten sind insbesondere im Bereich der Karteninhaber-Authentifizierung international bereits testweise im Einsatz. Dabei werden statt der PIN-Eingabe z.B. Handvenen, Fingervenen oder Fingerprints eingesetzt. Seltener wird die aufwändigere Iriserkennung erprobt, bei der es aber in den letzten Jahren mit den hochauflösenden Kameras deutliche Verbesserungen gegeben hat. Erst kürzlich wurde in Indien der erste Geldausgabeautomat mit Fingerabdruckerkennung installiert.[2] Eine Authentifizierung durch Iriserkennung ist bereits in Südkorea erfolgreich getestet worden.[3] Des weiteren gründeten Anbieter in den USA und in Deutschland eine Initiative mit dem Technologieunternehmen EyeLock[4], um die Iris-Authentifizierungslösung alltagstauglich zu machen.[5] Wie man sieht, bauen zahlreiche Unternehmen auf ebensolche Technologien, doch man geht noch einen Schritt weiter: Bankomaten selbst und ihre Softwares werden durch mehr und mehr Technologien auch vor Gas-, Cyber- sowie Hacker-Angriffen geschützt sein.

Hinsichtlich der tatsächlichen Inhalte, die auf den Bildschirmen zu sehen sind, zeigt sich der Trend hin zu mehr Individualität und Personalisierung. So ist es in den USA bereits gang und gebe, individuelle Startmenüs zu kreieren, um das Seitendesign den eigenen Bedürfnissen und Wünschen optimal anzupassen – angefangen bei der Farbgestaltung bis hin zur selektiven Auswahl der anzuzeigenden Bereiche und c. Hinzu kommt die Präsentation von aktuellen Nachrichten, Wettervorhersagen oder auch Event-Hinweise aus der näheren Umgebung, die dem Kunden direkt am Gerät einen zusätzlichen, informativen Mehrwert bieten.[6]

Ebenso ist in den Staaten der „live support“ an vielen Standorten schon gelebte Realität.[7] Dabei können Kunden Mitarbeiter direkt am Gerät rund um die Uhr kontaktieren, um mögliche Fragen gleich vorweg zu klären und etwaige Unklarheiten zu beseitigen. Oder das Drive Through Banking, das neben den USA auch in Asien seit Jahren in Verwendung ist – dies macht den Zahlungsverkehr immer und überall sogar aus dem Auto heraus möglich.

Der Flexibilität sind hier keine Grenzen gesetzt. Wie sich zeigt, ist auch hier Sicherheit Top-Priorität: Die einzelnen Geräte sind mit Features ausgestattet, die wir schon aus Österreich kennen und schätzen, so etwa manipulationssichere Kartenslot, Anti-Skimming-Technologien gegen das Ausspähen von Kunden-PINs oder hochauflösende Kameras, um eine sichere Transaktionsumgebung zu gewährleisten.[8]

Zusätzlich zu diesen weitreichenden Entwicklungen, die wohl in Zukunft an vielerlei Orten Norm sein werden, finden sich auf der ganzen Welt auch kreative Ideen im ATM-Segment: So gibt es in Großbritannien und Italien beispielsweise die Möglichkeit, direkt am Bankomat Spenden zugunsten karitativer Organisationen zu leisten[9] oder die Sprache des Terminals in einen örtlichen Dialekt zu ändern[10] - in den USA tauscht man direkt am Bankomat gebrauchte elektronische Geräte direkt gegen bares Geld[11]. Aber auch exotischere Leistungen wie etwa der Kauf von Jagdlizenzen ist z.B. in Portugal schon gang und gäbe[12].
 
Wie man sieht, sind Bankomaten oft schon viel mehr als nur „Bargeldspender“ ohne zusätzliche Benefits: Heute werden die Geräte von den Banken als wichtiger Point of Interaction (POI) gesehen, an dem mit Kunden kommuniziert werden kann. Daher bietet mittlerweile jedes moderne Bankomatsysteme Möglichkeiten an, um mit Kunden zu kommunizieren. Diese Sichtweise auf den Bankomaten als Kommunikationskanal bzw. Interaktionspunkt mit dem Kunden ist ein wesentlicher Antrieb dafür, dass auch laufend Weiterentwicklungen im Bereich der angebotenen Geschäftsfälle stattfinden.

Transaktionen werden zu Erlebnissen, es kommt zu persönlichen Interaktionen und der Informationswert direkt am Gerät gewinnt immer mehr an Bedeutung – den kreativen Ideen sind daher auch in Zukunft sicherlich keine Grenzen gesetzt, um Kunden auf der ganzen Welt einen umfassenden und sehr individuellen Service bieten zu können.


Quellen:

Beitragsbild: Sebastian Kippe / Flickr / CC by 2.0